Ironmoins mit guten Herzen

Grimmig war’s an diesem Morgen. Meine Güte, war das kalt. Und fies. Und überhaupt. Entsprechend unterkühlt war leider auch die Stimmung an der Strecke beim Hamburg-Marathon am letzten Sonntag. Irgendwie mussten wir Läufer diesmal das Publikum anfeuern, so hatte es den Anschein – nicht umgekehrt. Die standen da an der Strecke aber auch rum wie begossene Pudel. Was unserem Spaß aber keinen Abbruch tat. Haben halt selbst Stimmung gemacht, Christian und ich – kein Problem. Wir haben gesungen. Ich weiß: Die Vorstellung, dass ich singe – mal ganz unabhängig davon, ob während eines Langstreckenlaufs oder einfach nur so – ist recht schräg. Aber so hielt die gute Laune wenigstens an. Also wenigstens unsere. Wie das bei anderen Zuhörern war, ist nicht weiter recherchiert worden. Okay: Mitläuferin Tanja bat zwischendurch darum, „mal ne andere Platte aufzulegen“ – aber solche Kommentare gilt es zu verkraften. 
Es war alles bestens organisiert unsererseits. Schließlich stand für uns ja nicht nur der Lauf über einen Teilabschnitt der Marathon-Strecke auf dem Programm, sondern Teil zwei einer wissenschaftlichen Studie, mit der wir als Probanden bereits letztes Jahr begonnen hatten: Eine Untersuchung samt Blutanalyse, MRT und allem Schnickschnack am UKE nach entsprechender Belastung. Für uns hieß das: Aussteigen aus dem Lauf bei km 32 und ab Richtung Krankenhaus, Richtung Studie. Tanja war bis km 21 dabei – wie geplant. 
Bis zu unserem freiwilligen Abbruch verlief alles recht locker. Auto auf Höhe unseres Ausstiegs abgestellt, vorm Santa Fu, selbstgebackener Mandelkuchen von Susi griffbereit (was sich als besonders wichtig herausstellen sollte – mehr dazu weiter unten im Text) – eine gute Organisation ist alles. Okay, ein paar Hindernisse in Form von Absperrungen mussten wir noch überwinden auf dem Weg ins UKE – aber wer kann uns schon aufhalten? Erst als wir auf dem Krankenhausgelände waren, waren wir nicht mehr ganz so zielorientiert – wir irrten zunächst etwas herum auf diesem riesigen Areal. Der eisige Wind – rund 60 km/h – und die unwirtlichen Temperaturen – rund sieben Grad – erzeugten eine Weile nicht gerade Wellness-Atmosphäre. Letztlich aber fanden wir unseren Weg dann doch: Zunächst die wirklich nicht einladenden Duschen – übrigens aus den 80er Jahren, obendrein unsauber und auch nicht unbedingt mit Vorhängen ausgestattet.  
Da steht man ungern länger als nötig unter der Brause. Ich war mal wieder Erster beim Duschen und als Erster beim Blutabnehmen – unserer nächsten Station. Von der Menge, die mir da abgezapft wurde, hätte ein Vampir rund vier Wochen leben können. Danach ab zum MRT. Christian folgte mir nach. Über Lautsprecher hieß es immer: Einatmen. Ausatmen. Gar nicht atmen. Für Untrainierte wäre das die Hölle gewesen – nach einem Marathon noch dazu. Wir haben das Procedere aber ganz gut verkraftet – von der Enttäuschung über da vorher angekündigte, „üppige“ Buffet mal abgesehen (es gab Mineralwasser – still und mit Geblubber, Äpfel, Bananen und kalte Pizza – wer kann dazu schon nein sagen?). Direkt aus der Röhre ging es dann ab zur Analyse samt Besichtigung der MRT-Aufnahmen. Ergebnis: Alles okay bei uns. Wir sind fit wie’n Turnschuh. Mit Blick auf den 13.8. kann es mit Volldampf weitergehen. Gut zu wissen. Und vielleicht ist dann ja wenigstens etwas besseres Wetter. Falls nicht, müssen wir wieder singen. Auch, wenn das eigentlich nicht auf unserem Trainingsplan steht. Kriegen wir aber auch noch gebacken. PS: Danke für den klasse Support, Susi!